[un]readable

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2015

[un]readable ist eine interaktive Arbeit über die Subjektivität und Schattenhaftigkeit der Kommunikation. Auf einem Monitor steht ein Text, der immer unlesbar bleibt. Anfangs ist er wegen der zu weiten Entfernung nicht erkennbar, doch wenn man sich der Installation annähert beginnt der Text sich zu verformen und zu verschwimmen. Immer an der Grenze zur Lesbarkeit kann man vielleicht einzelne Wörter entziffern, aber nie den ganzen Text. Entfernt sich der Betrachter wieder vom Bildschirm, setzt sich der Text wieder zu seiner ursprünglichen Form zusammen. Sobald man sich ihm erneut nähert, verformt sich der Text auf eine neue Weise. Der Betrachter kann mit verschiedenen Abständen und Arten der Verfremdung spielen. Es wird ein Spiel mit der Wahrnehmung getrieben, das die der Sprache und Kommunikation immanente Unschärfe symbolisiert. Selbst wenn man den Text entziffern könnte fände man nur Platzhaltertext, „Lorem Ipsum“. Dieser Platzhaltertext ist, wenn man den Quellen glaubt, ein lateinischer Text aus dem 15. Jahrhundert, dessen Buchstaben durchgemischt wurden. Einst handelte er „Vom höchsten Gut und vom größten Übel“ und ist nun jeglicher Bedeutung beraubt. So wie es jedem Stück Information ergeht sobald es übermittelt wird, die ursprüngliche Bedeutung verändert sich immer, unabhängig von der Kommunikationsform.

 

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